Familie Zeller aus Martinszell  
 
Mittwoch, 27.03.2019

Das Grabmal von Johannes Zeller (1620-1694)

Zuletzt Prälat und Generalsuperintendent in Maulbronn (ZB § 393),
Begründer der Maulbronner Zellerlinie
(---> Zur Lebensbeschreibung Johannes Zellers)

 
Bild
 

Das Grabmal von Johannes Zeller (ZB § 393), dem Begründer der Maulbronner Zellerlinie, ist in der zweiten rechten Seitenkapelle von hinten leicht auszumachen. Unter dem Rosenwappen steht die lateinische Inschrift

Übersetzung: 
Dem ewigen Gott und dem Verstorbenen Zeller geweiht. Der Abt dieses Klosters, der 17. nach der Reformation, Johannes Zeller, Theologe, (...) zuerst Pfarrer der Kirchengemeinden von Neuweiler, Münklingen  und Lienzingen, darauf Dekan der Kirchenbezirke Waiblingen und Vaihingen, später Klostervorsteher von Alpirsbach und endlich Maulbronn. Württembergischer Rat, einer von vier Superintendenten, Mitglied der Aufsichtsbehörde der Landschaft, gleicherweise Gott, dem Landesherrn und dem Volke lieb. Im Lauf so vieler verschiedener Ämter und beschwerlicher Pflichten, so vieler Schicksalsschläge, insbesondere durch drei Kriege, war er geistesgegenwärtig, tüchtig, integer und tapfer, immer sich selbst ähnlich. Nachdem er ein verdienstvolles Leben mit ehrenvollen Aufgaben durchmessen hatte, blieb er auch im höchsten Alter noch rüstig. Am Jakobustag nahm er von der Kanzel herab mit fester Stimme und völlig bei Kräften Abschied von seiner Gemeinde. Selbst ein Diener Gottes, begehrte er mit dem Spruch Simeons seine Entlassung. Am dritten Tag darauf verschied er friedlich an einem Hirnschlag, im Jahre des Heils 1694, 74 Jahre alt.
Am Fuß der Grabplatte ist der Vers Lukas 2,29 angegeben („Herr, nun lässest du deinen Diener in Frieden fahren."). Daneben befindet sich das Relief eines bärtigen Mannes mit Abtsmütze und dem Jesuskind auf dem Arm - womöglich ein Porträt Zellers in der Rolle Simeons? Bei ihm zwei Frauengestalten, wohl seine beiden Frauen Anna Maria geb. Geisel (1626-1687) und Anna Katharina geb. Eislinger (1629-1703)


Der Epitaph seiner zwei Jahre zuvor verstorbenen Schwiegertochter ist schwieriger zu finden. Er befindet sich in der - von hinten gerechnet - siebten Seitenkapelle rechts unter dem Teppich. Maria Elisabeth Zeller geb. Ruoff (ZB §394) starb 1692 nach der Geburt von acht Kindern mit 30 Jahren. Ihr Mann war Klosterpräzeptor und Prediger. Alle Anwesenden, die sich der Maulbronner Linie zurechnen (Zeller/Cannstatt, Zeller/Herrenberg, Reinke, Bossenmaier), stammen von den beiden ab.

Lateinischer Text:
D.AE.Z.M.S.
ABAS MONASTERII HVIVS
POST REFORMATIONEM XVIIMVS
IOHANNES ZELLER
VIR THEOLOGVS
CVM SEMI SAECVLARI AMPLI MINISTER 10 DEFVNCTVS ESSET
NEVVILLANAE PRIMVM MENCLINGENS LINZINGENSIS
ECCLESIARVM PASTOR
TVM WAIBLINGENS ET VAIHINGENSIS
DIOECESION DECANUS
POST ALPIRSPACENSIS TANDEM MAVLBRONNENSIS
COENVBIORVM PRAESVL
CONSILIARIVS WIRTEMBERGICVS
SVPERINTENDENS QVATVOR VIR
ORDINVM PROVINCIALIVM SYNEDRVS
NVMINI SIMVL ET PRINCIPII POPVLOQ.CHARVS
ISTAS INTER TOT NEGOTIORVM DIVERSITATES
ET OFFICIORVM MOLESTIAS
TOT FORTVNAE
TRIVM MAXIME BELLORVM ADVERSITATES
PRAESENS ANIMI ET SOLERS ET INTEGER ET FORTIS
SIBIQ. SIMILIS SEMPER
HONORIFICIS LABORIBVS EMERITVM EMENSVS AVVM
POSTREMA ETIAM SENECTA VECETVS
DIE IACOBI PER
SUCCESTU VOCE FIRMA VIRIBUSQ. INTEGRIS
...TERRISQOBSTVIESCENTIB.AUDITORIBVSDICTO
IPSE DEI SERVVS CVM SIMEONE DIMITTI CVPIENS
PLACIDE TERTIA DE HINC DIE APOPLEXIA DECESSIT
ANNO SALVT. MDCXCIV AETAT. LXXIV
LVC.II.29


 

(c) 2006, Martinszeller Verband, Germany, Alle Rechte vorbehalten. Drucken Nach oben