Familie Zeller aus Martinszell  
 
Mittwoch, 27.03.2019

"Heimkehr" nach fast 250 Jahren

Der Adelsbrief der Familie von Schlümbach, ausgestellt 1761 vom Gemahl der Kaiserin Maria, Kaiser Franz I. wurde dem Archiv für Familienforschung in Leonberg übergeben.
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      Friedrich von Schlümbach trat als Offiziersanwärter im April 1859 in das 5. württembergische Infanterieregiment in Ulm ein und hatte in seinem Leichtsinn bereits nach einem halben Jahr so viele Schulden gemacht, dass der Vater sich weigerte, dafür aufzukommen. Friedrich floh daraufhin in die USA. Beim Ausbruch des Amerikanischen Bürgerkriegs schloss er sich Im Mai 1861 den Truppen der Nordstaaten an, geriet  1862 in Kriegsgefangenschaft bei den Truppen der Südstaaten, kam wieder frei, schloss sich erneut dem Heer der Nordstaaten an, wurde verwundet und schließlich 1865 aus der Armee entlassen. Erfolglos versuchte er sich als Kaufmann in im Lebensmittelgeschäft, dann als Herausgeber einer Zeitung, bis er - ursprünglich ein radikaler Atheist - eine Bekehrung erlebte. Er studierte an einem methodistischen Seminar und reiste als Erweckungsprediger bei deutschsprachigen Gemeinden in den USA umher. 1875 wurde er zum Sekretär des jungen amerikanischen YMCA gewählt. Bei einem seiner Besuche in Deutschland (er versöhnte sich damals übrigens mit seinem alten Vater) wurde er 1883 zum Gründer des deutschen CVJM.
      Nun war Friedrich von Schlümbachs Urgroßvater Georg Michael Schlümbach im Jahr 1761 unter Kaiserin Maria Theresia geadelt worden. Beurkundet wurde dies in einem prächtigen, auf Pergament geschriebenen Adelsbrief, in welchem auch das  neu verliehene Wappen derer von Schlümbach abgebildet ist.
Wie nun der Adelsbrief des Urgroßvaters in die USA gelangte, ist unsicher. Möglicherweise hat Friedrich ihn bei einem seiner Besuche in Deutschland mitgenommen – jedenfalls wusste von der Existenz des Adelsbriefes in Deutschland niemand mehr.
      Nun meldete sich im Herbst 2009 beim Archiv für Familienforschung in Leonberg Mrs. Marian Schluembach, eine Enkelin Friedrich von Schlümbachs. Da es in den USA keine Schlümbach-Nachkommen mehr gab, suchte die inzwischen 90jährige Dame für den Adelsbrief eine Bleibe in Deutschland – und kam auf Leonberg. Im Eingangsbereich des Archivs in der Seedammstr. 1  zieren bereits seit Jahren zwei großformatige Porträts Georg von Schlümbachs und seiner Ehefrau Adelheid geb. Eggel den Eingangsbereich. Der Gründer des Archivs, Prof. Dr. Werner Zeller, war selbst ein Schlümbach-Enkel.
      Am 2. Februar 2010 fand nun im Beisein des Vorstandes der Werner-Zeller-Stiftung die Übergabe des Adelsbriefes an das Archiv für Familienforschung statt. Nach 249 Jahren ist der Adelsbrief „heimgekehrt“. Er kann am „Tag der offenen Archive“ am 6. März 2010 in der Seedammstr. 1 besichtigt werden und sonst auf Anfrage während der üblichen Öffnungszeiten (jeweils Mo-Do 8.30-12 Uhr)

Die Werner-Zeller-Stiftung bedankt sich bei Mrs. Marian Schluembach für die großherzige Überlassung des kostbaren Adelsbriefes.

Zur Verwandtschaft: Alle Zeller-Nachkommen, die eine der Werner-Schwestern als Ahnfrau haben (Ottilie, Emma, Felicitas, Adelheid und Antonie Werner (139 und 141-144), sind auch Nachkommmen von Emma von Schlümbach, der Schwester von Friedrich von Schlümbachs.
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