Familie Zeller aus Martinszell  
 
Mittwoch, 27.03.2019

Ein halbes Leben lang den Zeller-Schatz gehütet
Renate Schedwill ist seit 40 Jahren Schatzmeisterin des Martinszeller Verbandes

 
 
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Am 25. März 1968 schrieb Marie Zeller (ZB § 182.2) in einem Brief an Renate Schedwill: "Liebe Renate, ich kann Dir gar nicht sagen, wie froh ich bin, dass Du bereit bist, die Karteiführung des H.H. Zellerischen Familienvereins zu übernehmen. Ein geeignetere Nachfolgerin hätte ich mir nicht denken können. ..." Wie recht sie hatte! Die Amtsübergabe fand auf dem Familientag in Bebenhausen am 13. Juni 1968 unter dem damaligen Vorsitzenden Wolfgang Zeller (Zuffenhausen) statt. Der Amtswechsel ist im Kassenbuch klar zu erkennen im Wechsel zu Renate Schedwills schöner Handschrift. Bei dieser Aufgabe sollte es aber nicht bleiben. Es gab damals noch zwei Zeller-Vereine, den großen "Martinszeller Familienverein" und den kleinen "Heinrich-Hartmann-Zellerischen Familienverein", die sich 1971 zusammenschlossen. Von Karl-August Zeller (ZB § 421) übernahm Renate Schedwill im November 1971 auch die Schatzmeister-Aufgaben aus dem "Großen" Zeller-Verein.
      Vier Jahrzehnte lang hat sie nun das Amt der Schatzmeisterin ausgeübt, genau Buch geführt, treu die Mitgliederliste geführt, gewissenhaft alle Rechnungen beglichen, die säumigen Zahler milde gemahnt und auf Familientagen regelmäßig Rechenschaft gegeben. Ihr halbes Leben lang, denn im Februar 2008 feiert sie ihren 80. Geburtstag. Getreulich assistiert hat ihr ihr Gatte Herbert. Er sorgte für die Adress-Aufkleber zum den Versand der jährlichen Nachrichtenhefte und der Sonderveröffentlichungen des Verbandes. Er löste die Computerprobleme, die mit der Einführung des Abbuchungsverfahrens der Mitgliedsbeiträge verbunden waren. Dies - so Renate Schedwill - sei für sie die größte Entlastung während ihrer Amtstätigkeit gewesen.
      Nach dem schlimmsten Ereignis während ihrer Schatzmeistertätigkeit befragt, antwortet sie: "Die Einführung des Euro". Dahinter verbirgt sich folgende Geschichte: Bei der Kreissparkasse Esslingen war versehentlich gespeichert worden, dass statt des bisherigen Jahresbeitrags von 30.- DM künftig der Jahresbeitrag in Höhe von 30.- Euro abgebucht werden sollte. Glücklicherweise bemerkte man den Irrtum, bevor die Abbuchungskatastrophe geschah, freilich weigerte sich nun der Sparkassencomputer, dies zu korrigieren, denn - so die Auskunft der gewissenhaften Maschine - die eingegebene Abbuchungsdatei sei klassifiziert als "unwiderruflich und nicht mehr korrigierbar" und dabei müsse es nun - so sei er eben programmiert - bleiben. Herbert Schedwill fand die rettende Lösung: Er ließ am 31. Dezember 2001 alle Mitglieder löschen, den Martinszeller Verband sterben und zum 1. Januar 2002 einen neuen Verband erstehen, der denselben Namen trug, dieselben Mitglieder hatte und dem eine neue - diesmal korrekte - Abbuchungsermächtigung erteilt wurde. Uff! Wer hat gewusst, dass unser Verband schon einmal gestorben ist?
Als Nachfolgerin im Amt hat Renate Schedwill Stefanie Rossmann selbst eingearbeitet.
      Der Familienrat des Martinszeller Verbandes bedankt sich von Herzen bei seiner unvergleichlichen Schatzmeisterin.

                         Den Schatzmeistern Renate und Herbert zum 40jährigen Dienstjubiläum
                            (Zur Geburtstagsfeier am 19. April 2008 von Vetter Gerhard Zeller)

Vier Jahrzehnte sind vergangen
seit dem Jahre sechzig acht
als Studenten angefangen
und Protest die Jugend macht.

Damals schrieb die Zeller-Base
von dem Oberkirchenrat
dass ihr Amt sie nun verlasse,
eine große Bitt' sie hat:

"Tätst den Zeller-Schatz bewachen,
des Verbands aus Martinszell?"
"Ja!", sagt sie, sie tät es machen
und tritt an des Rechners Stell.

Prüft die Stärke des Verbandes
schreibt Adressen, rechnet nach,
schickt, wenn jemand außer Landes
ihm die Post getreulich nach,

geht zur Sparkass' an den Schalter,
zahlt die Rechnung, ist so frei,
dass sie mahnt die säum'gen Zahler,
dass ihr Beitrag fällig sei.

Gatte Herbert, der Gefährte,
wachsam ist er stets zur Stell';
dass nichts übersehen werde -
sein Computer rechnet schnell

Vierzig Jahr, ihr halbes Leben
haben sie den Schatz bewacht,
ihre Kraft dem Amt gegeben
und es wirklich toll gemacht:

Dank sei ihrem klugen Rate,
ihrer denkt man lange noch:
Dank sei Herbert und Renate,
beide sollen leben hoch!

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