Familie Zeller aus Martinszell  
 
Mittwoch, 27.03.2019

Die stadtprägenden Völters

Reutlinger Generalanzeiger v. 1. 3. 2013
Erinnerung - Der Arbeitskreis Stadtgeschichte in Metzingen präsentiert das 16. »Spuren«-Heft
VON TILL BÖRNER

 
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                          OB Fiedler, Professor, Wolfgang Voelter, Ute Maier, Professor Ulrich Völter, Rudolf Renz 
                                                       und Peter Rogosch.         -
FOTO: TILL BÖRNER


METZINGEN. Das neue Spurenheft des Metzinger Arbeitskreises Stadtgeschichte (AKS) ist fertig und ab sofort erhältlich. Am Donnerstag präsentierten die Verantwortlichen das 96 Seiten dicke Heft, das das Leben der Familie Völter im Laufe der Jahrhunderte in Metzingen beschreibt. Bis ins 17. Jahrhundert lässt sich ihre Geschichte zurückverfolgen. Der erste Völter hieß Johannes und war von Beruf Chirurg. Seit dem 18. Jahrhundert war das Gebäude in der heutigen Pfleghofstraße 41 ihr Familiensitz. Die Völter-Villa steht auch im Mittelpunkt des aktuellen Hefts.
In den zurückliegenden Jahren rückte das Gebäude immer wieder ins öffentliche Interesse. Der Gemeinderat wollte das Haus schon zum Abriss freigeben, bevor es durch Vertreter der Famille Völter doch noch gerettet werden konnte. »Jahrelang hatten wir Angst um das Gebäude«, erklärte der AKS-Vorsitzende Peter Rogosch, der einräumte, dass das Haus bislang »nicht gerade ein Schmückstück« gewesen sei.
Das älteste Gebäude der Stadt
Etwas Besonderes hat das Haus dennoch: Es ist das älteste erhaltene Gebäude in der Stadt Metzingen. Die ersten Gebäudeteile wurden im Jahr 1452 erbaut, später diente es dem Kloster Zwiefalten als Pfleghof. Hier lebte ab 1770 die Familie Völter, teilweise waren es bis zu 20 Kinder und zwei Erwachsene, die zusammen unter einem Dach wohnten.

Professor Dr. Ulrich Völter und sein Cousin Professor Dr. Wolfgang Völter gründeten Ende vergangenen Jahres die Völter-Stiftung und erwarben das Haus ihrer Vorfahren. Im Heft erläutern die beiden, was sie dazu veranlasst hat, die Stiftung zu gründen und wie die »Völtertage« ablaufen, das regelmäßig stattfindende Treffen aller, auf der Welt verstreuten Familienmitglieder. Auch der Zweck der Stiftung - Bildung und Soziales stehen im Vordergrund - wird im 16. Spurenheft dem Leser nähergebracht. Als »amüsant, interessant und informativ« kommentierte Peter Rogosch das Interview.
Allgemein soll der Schmöcker dazu dienen, das Leben in der Sieben-Keltern-Stadt zu beschreiben. Dass das nicht nur fröhlich und wohlhabend gestaltet werden konnte, lässt sich in Hermine Völters Aufzeichnungen »Ernstes und Heiteres aus dem Leben des Schulmeisters Christof Erhard Michael Völter (1772-1849)« nachlesen. Hermine Völter griff bei der Darstellung über ihre Großeltern auf Aufzeichnungen ihres Onkels zurück und veröffentlichte die Erinnerungen 1920.
Neben dem reinen Text dokumentieren zahlreiche Bilder den Alltag in der schwäbischen Kleinstadt im 19. und 20. Jahrhundert. Sehr gespannt, wie sich »ihr Kind« - gemeint ist damit die Stiftung - entwickelt, sind Ulrich und Wolfgang Völter, die beide bei der Präsentation des Spurenheftes anwesend waren. Ein großer Dank ging dabei an Oberbürgermeister Dr. Ulrich Fiedler, da die alte Völter-Villa erbbaurechtlich an die Stadt übertragen wurde, die das Gebäude nun aufwändig renovieren lässt.
»Es war eine Mammutarbeit, das alles zusammenzutragen«, berichtete Rogosch, was seine Mitstreiter Ute Maier und Rudolf Renz nickend bestätigten. Die »Lektüre, die Spaß macht«, so die Autoren, gibt es ab sofort in den Metzinger Buchhandlungen, bei der Touristeninformation auf dem Lindenplatz sowie bei den Ortsverwaltungen in Glems und Neuhausen. Bei den AKS-Mitgliedern zumindest sei die Nachfrage bereits groß, freute sich Rogosch. (GEA)


 

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