Familie Zeller aus Martinszell  
 
Mittwoch, 27.03.2019

Vier evangelische Äbte von Bebenhausen
und ihre verwandtschaftliche Beziehung zur Familie Zeller

Vortrag von Dr. Herbert Leube beim Zellertag am 13.Oktober 2007 in Bebenhausen

 
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Epitahien der Äbte:
Johann Konrad Zeller - Eberhard Bidembach
Jakob Hailbronner - Johann Andreas Hochstetter
Christian Hochstetter - Christoph Friedrich Stockmayer

Betrachten wir das familiäre Umfeld der 18 evangelischen Äbte und Generalsuperintendenten von Bebenhausen in der Periode von 1560 bis 1807, also in einem Zeitraum von 250 Jahren von der nach der Reformation durchgeführten Großen Kirchenordnung Herzog Christophs bis zur Säkularisation, so bemerken wir mit Erstaunen, dass alle 18 in eine verwandtschaftliche Beziehung zu Gliedern der Familie Zeller getreten sind. Das zeigt zum einen, wie eng verknüpft der württembergische Klerus untereinander in allen Zeiten war, zeigt zum andern aber auch, dass die Zeller seit der Reformation über die Jahrhunderte hinweg eine ausgesprochene Theologenfamilie waren. Im Zellerbuch von Karl August Zeller sind 567 Familien mit einem Zeller-Ehepartner aufgeführt; davon sind 192 (34 %) Geistliche. Unter den Kindern von Zellerinnen sind weitere 126 Theologen. Dazu kann man noch 215 Pfarrer als Schwiegerväter und aus Zweitehen zählen.

Diesem vielfältigen Geflecht nachzugehen führt natürlich hier zu weit, wäre auch ganz verwirrend. Wir wollen uns auf diejenigen Äbte konzentrieren, die in der Klosterkirche von Bebenhausen begraben und durch ein Epitaph gewürdigt sind. Wir wollen ganz besonders vier Persönlichkeiten herausstellen, die zu unmittelbaren Vorfahren, zumindest von einem Teil von uns Zeller-Nachkommen, zählen. Das ist gleich der erste evangelische Abt Eberhard Bidembach, der von 1560 bis 1597 hier waltete, dann vor allem der 11., Johann Konrad Zeller, der das Amt 1660 bis 1683 führte, ferner der 13. Abt Johann Andreas Hochstetter, von 1689 bis 1720, und schließlich der 15., Christoph Friedrich Stockmayer, von 1733 bis 1748. Alle haben ihr Amt lange verwaltet, am längsten Bidenbach - 37 Jahre -, am kürzesten - 15 Jahre - Stockmayer; dem folgte allerdings für 35 Jahre sein Sohn gleichen Namens von 1748 bis 83 nach. Im Lauf der genealogischen Nachforschungen zu den Bebenhäuser Äbten schälte sich noch der vorletzte, der 17. Abt, Johann Christian Volz als Zeller-Ahn heraus. Er wurde 1783 als Nachfolger von Stockmayer nominiert, starb aber noch im gleichen Jahr in Stuttgart. Er wurde deshalb auch nicht in Bebenhausen beerdigt und mit einem Epitaph gewürdigt. Johann Christian Volz, * 1721, war Rektor des Gymnasiums in Stuttgart gewesen und hatte den Titel eines designierten Prälaten von Herrenalb erhalten, ehe er nach Bebenhausen berufen wurde. Joh. Chr. Volz ist über die Familien Faber und Kind ein direkter Vorfahr von Präsident Hermann Zeller und seiner zahlreichen Nachkommen.

Die vier Äbte, die wir heute näher betrachten wollen, haben durch ihre lange Amtszeit auch der Landespolitik ihren deutlichen Stempel aufgedrückt. Wie das sein konnte, soll ein kurzer Blick auf Amtspflichten und Dienststellung des Abtes von Bebenhausen zeigen.

Amtspflichten eines Evangelischen Abtes in Bebenhausen

In Württemberg war mit der Leitung der ehemaligen neun Männerklöster der Titel Abt verbunden. Die Zisterzienserabtei Bebenhausen war ein solches. Nach der Reformation wurden sie zu Klosterschulen umgewandelt zur Vorbereitung von Knaben auf ein Universitätsstudium in Tübingen. Einige dieser Klosterschulen bereiten bis heute als sog. Seminare junge Leute auf das Abitur vor. Einige Äbte, z.B. der von Maulbronn und Bebenhausen, waren als Generalsuperintendenten für die kirchliche Aufsicht über die von einem Superintendenten geleiteten, zum Teil weit verstreuten Dekanatämter ihres Sprengels verantwortlich. Alle neun Äbte waren automatisch als Vertreter ihres Landgebietes Mitglieder des Größeren Landschaftsausschusses. Der Landschaftsausschuss, oder die Landschaft, war die Ständevertretung gegenüber dem Herzog und setzte sich aus den Prälaten sowie Vertretern der Städte und Ämter zusammen. Die Ständevertretung hatte 1514 im Tübinger Vertrag Rechte erstritten, lange ehe andere Staaten ähnliche Körperschaften bildeten. Die Landschaft trat sporadisch zusammen, z.B. um Steuern zu bewilligen. Die laufenden Geschäfte führte ein Engerer Ausschuss; ihm gehörten vier Äbte an, traditionell war stets der Bebenhäuser Abt dabei und führte üblicherweise den Vorsitz. Er hatte daher auf die Gestaltung der württembergischen Kirchen- und Innenpolitik einen nicht geringen Einfluss. Daneben war der Abt gleichzeitig Vorsteher der jeweiligen Klosterschule. Hier hatte er die tätige Unterstützung der Klosterpräzeptoren. Außerdem unterstand dem Abt die Aufsicht über das zugehörige Landgebiet, d.h. den ausgedehnten Klosterbesitz mit allen dort angestellten Beamten, denen der Klostervogt vorstand. Natürlich wandelten sich Zusammensetzung und Kompetenzen der verschiedenen staatlichen und kirchlichen Einrichtungen im Lauf der Jahrhunderte. Ich erinnere nur an die Rekatholisierung im 30-jährigen Krieg oder an die Auseinandersetzungen zwischen Orthodoxie und Pietismus im 18. Jahrhundert.

In Bebenhausen war infolge des sog. Interims, durch das 1548 das katholische Bekenntnis in Württemberg wieder eingeführt worden war, 1549 Sebastian Luz als katholischer Abt gewählt worden. Er ließ sich 1559 pensionieren; so war der Weg frei für die Nominierung eines evangelischen Klostervorstands.

Abt Eberhard Bidembach (1528-1597)

Der erste evangelische Abt, Eberhard Bidembach (Epitaph an der Südwand der Kirche), wurde 1560 gemäß der Großen Kirchenordnung von 1558 in Bebenhausen eingesetzt. Er stand dem Klosteramt 37 Jahre lang vor bis zu seinem Tod 1597. Sein Epitaph finden wir an der Südwand der Kirche. In der Großen Kirchenordnung hatte Herzog Christoph, zusammen mit dem Reformator Johannes Brenz (auch ein vielfacher Zeller-Vorfahr), Ordnung in das kirchliche Leben des reformierten Landes gebracht. Bidembach stammte aus Grünberg in Hessen. Sein Vater war 1534 mit Herzog Ulrich bei dessen Rückkehr ins Land gekommen. Bidembach war ein enger Vertrauter von Brenz, er hatte auch eine Tochter von Brenz zur Frau. Sein Bruder Wilhelm wurde Stiftsprediger in Stuttgart, Balthasar Hofprediger und Stiftspropst ebendort. Eberhard Bidembach war noch jung, als er das Amt in Bebenhausen antrat, erst 32 Jahre alt. Das entsprach dem Wunsch von Brenz und dem Herzog, der evangelischen Lehre treue, ihm gewogene Geistliche in einflussreiche Stellen zu bringen, die eine kontinuierliche Amtsführung erwarten ließen und damit Stabilität in der neuen Kirche garantierten.

Bidembachs Sohn wurde Landschaftskonsulent, d.h. Geschäftsführer der Ständevertretung; der Neffe Felix erhielt die Stelle des Abts von Maulbronn. Karl August Zeller hat in einem Vortrag vor Genealogen 1967 erwähnt, dass Bidembach über seine Mutter Margarete Wirtemberger von einem unehelichen Sohn des Grafen Ludwig von Württemberg abstammt. Das wäre auch ein Hinweis auf die hohen Stellen in Kirche und Staatsdienst, die die Enkel erlangt haben.

Der Weg zu uns Zeller führt über Eberhards Tochter Anastasia, die den Klosterhofmeister Burkhard Ramminger heiratete. Deren Tochter Anna ehelichte den Rentkarnmer-Expeditionsrat Johann Valentin Moser, und schließlich heiratete eine Tochter des Garnisonspredigers Moser 1806 den Stabsamtmann in Mülhausen am Neckar Jeremias Gottlob Zeller.

Abt Johann Konrad Zeller (1603-1683)

Wir müssen nun einen Sprung ins nächste Jahrhundert machen, um zur Hauptperson zu kommen, dem 11. Abt in Bebenhausen, Johann Konrad Zeller. Sein Epitaph befindet sich an der Nordwand der Kirche. Auch ihn hat Karl August Zeller in seinem bereits erwähnten Vortrag 1967 gewürdigt. Wir alle wissen: Er ist der Stammvater der Bebenhäuser Zeller-Linie. Martin Zeller hat beim Zellertag an Fronleichnam 1968 in Bebenhausen das Hin und Her beleuchtet, das zur Nomination Zellers als Abt von Bebenhausen geführt hat. Immerhin waren 1660, als seine Wahl anstand, schon zwei seiner Brüder an einflussreicher Stelle: Christoph, seit 1648 Stifts- und Hofprediger in Stuttgart mit dem Titel Propst von Denkendorf, sowie Ulrich, Geheimer Regierungsrat (einem Minister entsprechend) in Stuttgart. Beide saßen im beschließenden Konsistorium, zusammen mit dem Hofprediger und Prälaten von Adelberg Felix Bidembach (Großneffe Eberhard Bidembachs) und dem Kirchenratsdirektor Nikola Müller von Ehrenbach. Man würde sagen, es war ein abgekartetes Familienspiel; aber so klar war das nicht. In der entscheidenden Verhandlung verhielten sich die Brüder neutral. Unter den zahlreichen Mitbewerbern wurden drei besonders geeignete Kandidaten dem Herzog vorgeschlagen, darunter Zeller, bei Stimmenthaltung der Zeller-Brüder. Herzog Eberhard III entschied für Zeller, nachdem erst der Maulbronner Prälat Joseph Schlotterbeck vorgesehen war.

Johann Konrad Zeller war von 1660 bis zu seinem Tod 1683, also 23 Jahre Abt von Bebenhausen. Sein Leben - geboren 1603 - fällt in die schwere Zeit des 30 jährigen Krieges und die turbulenten Wiederaufbaujahre danach. Seine Eltern, die Pfarrersleute in Rotfelden im Schwarzwald, sind beide 1635 an der Pest gestorben, auch seine erste Frau Anna Maria Essich verlor er damals zusammen mit zwei kleinen Töchterlein. Während seiner 20-jährigen Tätigkeit als Dekan in Wildberg hatte er in den Kriegszeiten oftmals keine Besoldung erhalten, mehrfach wurde die Familie zur Flucht vor dem Kriegsvolk in die Wälder genötigt. Einmal wollte ihn sogar ein papistischer Offizier auf der Kanzel erschießen.

Seine zweite Frau Blandine Grückler aus Gernsbach verlor er bereits nach fünf Jahren, nachdem sie vier Kinder geboren hatte. 1642 heiratete er zum dritten Mal, und zwar die Pfarrerstochter Judith Schwarz, die dann 35 Jahre lang den fünf angetretenen und acht eigenen Kindern eine treue Mutter wurde. Sie ging ihm 1677 im Tod voraus. Ihr Vater, Großvater und Urgroßvater hatten von 1552 bis 1643, also 91 Jahre lang, als Pfarrer in Altdorf bei Böblingen gewirkt. Zellers Frau Judith ist auch über ihre Mutter eine direkte Nachfahrin des Reformators Mathäus Alber aus Reutlingen. Karl August Zeller hat sie beim Zellertag in Stuttgart 1961 gewürdigt. Ihr und Zellers Grabstein sind an der Westwand der Kirche links von der Tür zu finden.

Abt Johann Andreas Hochstetter (1637-1720)

Das dritte Epitaph das wir betrachten wollen - es hängt ganz rechts oben an der Nordwand der Kirche - ist das von Johann Andreas Hochstetter, dem 13. evangelischen Abt. Er hatte das Amt von 1689 bis 1720 inne, in einer ebenso unruhigen Zeit wie die, die Zeller erlebt hatte. Ich erinnere nur an die Zerstörung des Klosters Hirsau und die Brandschatzung von Calw im pfälzischen Erbfolgekrieg, der auch in Maulbronn, wo Hochstetter vor seinem Dienst in Bebenhausen als Abt amtete, zu Evakuierungen führte.

Hochstetter ist der Vertreter einer ebenso weit verzweigten und einflussreichen württembergischen Theologenfamilie wie die der Zeller. So äußerte der Konsistorialrat Jäger mit Blick auf die Hochstetter 1714 über den Synodus (das oberste kirchliche Aufsichtsorgan): „Es ist ein großer Übelstand, dass so viele Verwandte seinem Gremium angehören, es seien Vater, Sohn und Vaterbruder darin".

Hochstetters Vater Johann Konrad war 25 Jahre Dekan in Kirchheim gewesen. Er selbst war mit 35 Jahren Dekan in Böblingen geworden, bald danach Stiftsephorus und Professor für Theologie in Tübingen, ehe zum Prälaten von Maulbronn ernannt und dann mit 52 Jahren zum Abt von Bebenhausen bestellt wurde. Sein Vorgänger im Amt war sein Schwager Joseph Cappel, und als Hochstetter für Bebenhausen nominiert wurde, war sein Bruder Johann Friedrich Hofprediger und Konsistorialrat in Stuttgart, der Bruder Johann Sigismund wurde 1701 designierter Abt von Anhausen. Eine Schwägerin, Frau seines Bruders Christoph, war als Hexe verbrannt worden. Ein Schwager, Ehemann der Schwester Ursula, war ursprünglich katholisch und wurde als Konvertit Pfarrer in Schopfloch bei Kirchheim.

Schon als Prälat von Maulbronn griff Hochstetter in die Auseinandersetzungen mit der pietistischen Bewegung ein. Er war ein Freund Philipp Jakob Speners und suchte einen Ausgleich zwischen der Amtskirche und den Pietisten, die der von der Kirche sanktionierten Orthodoxie ablehnend gegenüber standen. Hochstetter versuchte Johann Arndts „Wahrem Christentum" nachzuleben und vertrat eine Theologie, die neben der dogmatischen Rechtgläubigkeit ganz besonders das fromme Leben betonte als Voraussetzung für eine „gottgefällige Besserung der wahren evangelischen Kirche". Dabei galt seine Sorge der Heidenmission, die ja erst 100 Jahre später aufblühte. Er betonte die Pflicht der Geistlichen zur Toleranz, zur Abkehr von törichten Streitereien in der Kirche und zur Wohltätigkeit für Bedürftige. So galt er als Hauptinitiator für die Errichtung eines Pfarrwitwen-Fiskus und der Gründung des Stuttgarter Waisenhauses. Mit seinen Bemühungen brachte er sich in Konflikt mit dem Tübingen Universitätskanzler Johann Wolfgang Jäger, einem Gegner des spiritualistischen Pietismus, dem es schließlich 1715 gelang, Hochstetters Einfluss zurückzudrängen. Doch ist es Hochstetter zu verdanken, dass es am Ende nicht zu einer Rückwendung zum orthodoxen Konfessionalismus kam. August Hermann Francke hielt ihm nach seinem Tod im November 1720 am Neujahrstag 1721 in Halle eine würdigende Gedächtnisrede.

Johann Andreas Hochstetter verlor seine erste Frau Elisabeth Barbara Cuhorst nach kurzer Ehe; sie wurde nur 26 Jahre alt, Tochter des Goldschmieds und Münzwardeins in Stuttgart Gottfried Cuhorst. Seine zweite Frau, Anna Katharina Linde, schenkte ihm acht Kinder. Sie war eine Tochter des Rektors an der Anatolischen Schule in Tübingen Georg Linde und der Sara Gmelin; die Grabsteine der beiden sind auch hier in Bebenhausen im Kreuzgang noch erhalten.

Von den fünf Kindern, die groß geworden sind, wurde Gottfried Konrad Dekan in Tuttlingen, Andreas Adam Oberhofprediger in Stuttgart und später Rektor der Universität Tübingen, Augustin Abt in Maulbronn; der Sohn Christian folgte seinem Vater als Abt in Bebenhausen nach. Christians Epitaph hängt neben dem von Johann Konrad Zeller an der Nordwand der Klosterkirche. Der Sohn David schließlich wurde Pfarrherr in Darmsheim.

Hochstetter ist Zeller-Vorfahr z.B. über seinen Sohn Augustin, den Enkel Andreas Burkhard Hochstetter, Oberamtmann in Gochsheim, und weiter über die Familie Roth.

Abt Christoph Friedrich Stockmayer (1661-1749)

Der letzte in der Runde der Äbte, die wir betrachten und die durch ein Epitaph in der Kirche geehrt sind, ist der 15. evangelische Abt Christoph Friedrich Stockmayer. Sein Epitaph hängt an der Südwand der Kirche, neben dem von Bidembach. Er lebte von 1661 bis 1749 und wurde 1733 berufen als Nachfolger von Christian Hochstetter dem Sohn von Johann Andreas.

Stockmayers Vater Stephan war Kriegskommissar auf dem Hohentwiel im 30-jährigen Krieg unter Konrad Widerholt. Stockmayer war Stadtpfarrer und Dekan in Stuttgart, als er 1726 den Titel eines Prälaten von St. Georgen erhielt, bevor er 1733 als Abt nach Bebenhausen berufen wurde. Seine Schwester Juliane war verheiratet mit Johann Friedrich Distler, einem Hölderlin-Ahnen, der ebenso wie der Bruder Johann Friedrich als Kirchenrats-Expeditionsrat im kirchlichen Verwaltungsdienst stand. Die Schwester Justine heiratete in dritter Ehe Peter Schertlin, seit 1699 Abt von Königsbronn; die Schwester Marie Judith war vermählt mit David SchmidIm, seit 1717 Abt von Maulbronn. Schließlich die Brüder Joachim Friedrich und Amandus sind als Kriegsräte in die Nachfolge des Vaters getreten. Weitere Schwäger hatten angesehene Posten im württembergischen Verwaltungsdienst.

In die 16 jährige Amtszeit Stockmayers und die seines Sohnes und Amtsnachfolgers fällt die Revision der Klosterstatuten von 1757, durch die für das ganze Land Disziplin und Ausbildungsgang der Klosterschulen einheitlich neu festgelegt wurden.

Stockmayers Frau wurde Christine Elisabeth Zweifel, einer Beamtentochter aus Stuttgart. Von den vier mir bekannten Kindern wurde der Sohn Christian Friedrich der Nachfolger des Vaters als Abt in Bebenhausen; er nahm Marie Dorothee Weißensee zur Frau, Tochter des Propsts von Denkendorf und ehemaligen Abts von Hirsau Philipp Heinrich Weißensee.

Der Sohn Johann Friedrich wurde Regierungsrat und Landschaftskonsulent. Eine Tochter heiratete Joh. Liborius Wippermann, Stallmeister in Tübingen; die andere, verheiratet mit dem Pfarrer Benedikt Schmid, ist über die Familie des Garnisonspredigers Moser unsere Zeller-Ahnin.

 

Wie wir sehen, hat unsere Zeller-Familie eine enge Beziehung zur alten Zisterzienserabtei Bebenhausen. Der Ort hat eine besondere Bedeutung für uns durch die familiären Verflechtungen der hier tätigen Menschen. Nicht nur alle vier betrachteten Äbte, die wir als unsere Vorfahren identifizierten, auch andere Amtsträger lebten mitten im Familiegeflecht des württembergischen Theologenstandes und herzoglichen Beamtentums, in dem auch die Familie Zeller in früheren Jahrhunderten lebte und webte.

 

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