Familie Zeller aus Martinszell  
 
Mittwoch, 27.03.2019

Oberjustizrat Johann Friedrich Zeller
Reformer und „Democrat“
1769-1846

Aus: Rose Wagner-Zeller, Mosaik – Lebensbilder aus einer württembergischen Familie im Spiegel der Geschichte,
Sonderveröffentlichungen der Martinszeller Verbandes Nr. 17, Stuttgart 2002, S. 167-179

 
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Johann Friedrich Zeller, Johanna Regina geb. Andreä, die Kinder Marie, Hermann und Ernst Gustav

 

 

Stiftler und Demokrat

Als im Sommer 1789 in Paris der Sturm auf die Bastille die Revolution einleitete und kurz darauf die Privilegien des Adels zerbrachen und die Menschenrechte ausgerufen wurden, begann ein neues Zeitalter. Die Ideen von Freiheit, Gleichheit und einer schwärmerisch empfundenen Brüderlichkeit überschwemmten auch Südwestdeutschland. Tübingen wurde durch Mömpelgarder und Straßburger Studenten zum Einfallstor für revolutionäre Gedanken. Viele Studenten, allen voran die durch ein strenges Reglement eingeengten Stiftler, begeisterten sich für den Aufstand der Bürger.

Johann Friedrich Zeller, der Sohn eines Arztes aus Lauffen, studierte seit 1787 Jura in Tübingen und schloss sich - anders als der gleichaltrige Dekan Friedrich August Herwig, der gleichzeitig in Tübingen studiert haben muss - dem „Freundeskreis der Revolution“ um Christoph Hiller an. Misstrauisch beobachtete die Obrigkeit diese und andere Gruppen, die sich offen zu den neuen Ideen bekannten. Man beschuldigte sie des „Democratismus“, der die absolute Herrschaft der fürstlichen Regierung in Frage stellte und ein politisches Mitspracherecht freier und mündiger Bürger forderte. Diese „Democraten“ waren ein Schreckgespenst für alle konservativen Kräfte im Lande, die sich zur Verteidigung der althergebrachten Machtverhältnisse und der Ständegesellschaft aufgerufen fühlten. Jeder, der mit diesen aufmüpfigen Leuten sympathisierte, machte sich höchst verdächtig. Dies hielt jedoch Johann Friedrich Zeller nicht ab, in den Sommerferien mit einem Kommilitonen nach Straßburg, einer von der Obrigkeit gefürchteten Hochburg der Revolution, zu wandern, um einen gemeinsamen Studienfreund dort in seinem Elternhaus zu besuchen und die politischen Umwälzungen an Ort und Stelle kennen zu lernen.

Wer sich so für die neuen Ideen aus Frankreich begeisterte, konnte kaum mit einer Anstellung in der staatlichen Verwaltung rechnen. Der junge Jurist Zeller bewarb sich deshalb um die Anerkennung als Advokat und ließ sich 1793 in Stuttgart als solcher nieder. Bald fand er Verbindung zu Gleichgesinnten, die sich in der „Gesellschaft württembergischer Democraten“ zusammengeschlossen hatten, einer losen Gruppe, in der sich Akademiker mit Kaufleuten, Handwerkern und sogar mit Offizieren trafen, sehr ungewöhnlich in einer Zeit, in der die gesellschaftlichen Schichten sich nicht zu mischen pflegten.

Diese „Democraten“ hielten enge Verbindung zu Frankreich und der jungen „Helvetischen Republik“, die von den freiheitsliebenden Eidgenossen nach französischem Vorbild gegründet worden war. Hier ließen sich die Württemberger anregen, selbst einen ersten Entwurf einer „democratischen“ Verfassung auszuarbeiten, unter größter Geheimhaltung, versteht sich. Es ist nie herausgekommen, wer an diesem „Entwurf einer republikanischen Verfassungsurkunde, wie sie in Teutschland taugen möchte, im 7ten Jahr der Mutterrepublik“, mitgewirkt hat. Die Schrift ist 1799 in Basel gedruckt worden, aus gutem Grund außerhalb der Landesgrenzen, aber es besteht kein Zweifel daran, dass sie in Stuttgart erarbeitet wurde. Johann Friedrich Zeller, der sich als Jurist zeitlebens mit Fragen einer Verfassungsreform beschäftigt hat, könnte einer der Mit-Autoren gewesen sein.

Für die württembergische Obrigkeit waren diese „Democraten“ Verschwörer und Rebellen. Nachdem im Jahre 1800 mehrere von ihnen an einem Treffen in Straßburg teilgenommen hatten, war das Maß voll. Herzog Friedrich II., der später der erste württembergische König wurde, ließ plötzlich dreißig von ihnen, darunter Johann Friedrich Zeller, verhaften und auf den Hohen­asperg bringen. Auch der Vater des Dichters Wilhelm Hauff, der Landschaftskonsulent Baz und etliche Offiziere waren unter den Festgenommenen. Ihre Familien zitterten vor Angst, was aus ihnen werden würde. Als man hörte, dass Amtsoberamtmann Günzler, der als ein scharfer Gegner aller „Democraten“ bekannt war, sie verhörte, wuchs die Sorge über ihr Schicksal. Doch da fand sich eine unerschrockene Frau, die sich zutraute, mit List eine Verbindung zu den Verhafteten herzustellen. Es war die Schwester des Philosophen Hegel, die in Ludwigsburg bei der Familie von Berlichingen als Gouvernante arbeitete. Justinus Kerner schildert sie in seinen Erinnerungen als „ziemlich bejahrte Jungfrau, ungemein mager, bleich, mit glänzenden Augen und großer Lebendigkeit, sowie von ausnehmender Güte.“ Als einfache Magd gekleidet, brachte sie in einem Gefäß mit doppeltem Boden zuunterst die Briefe der Familien, darüber, was erlaubt war, Obst und Marmelade zu den Inhaftierten auf den Asperg. Auf dem Rückweg - immer zu Fuß natürlich - nahm sie die Nachrichten der Verhafteten für ihre Familien und Freunde mit. Im Übrigen dauerte der Aufenthalt für die meisten Gefangenen auf der Festung nicht allzu lange. Sie verteidigten sich geschickt, und es konnte fast keinem von ihnen, auch Zeller nicht, Verschwörung oder Staatsfeindlichkeit nachgewiesen werden. Nur der Landschaftskonsulent Baz wurde fast ein Jahr lang festgehalten.

Advokat

Der junge Advokat Johann Friedrich Zeller hatte bald Gelegenheit, sich auch als mutiger Verteidiger in einem Aufsehen erregenden Prozess einen Namen zu machen. Die Öffentlichkeit nahm regen Anteil am Schicksal eines jungen Mannes, dem die Obrigkeit nach Ansicht vieler Bürger übel mitgespielt hatte. Heinrich Samuel Harter, der als Vikar in Enzweihingen Dienst tat, hatte sich im nahe gelegenen Vaihingen/Enz den Oberzolleinnehmer Emmendinger zum Feind gemacht, weil er „allerlei pikante Histörchen“ über diesen Herrn und seinen lockeren Lebenswandel verbreitet hatte. Emmendinger, der hoch verschuldet war, wurde von der aufsichtführenden Behörde in Stuttgart vorgeworfen, er habe mehrfach durch einen Griff in die Kasse des Zollamts Gelder veruntreut. Er musste fürchten, dass man in dieser Sache Anklage gegen ihn erheben würde. Um dem zu entgehen, dachte sich der Herr Oberzolleinnehmer eine ziemlich haarsträubende Geschichte aus, mit der er gleichzeitig dem Vikar in Enzweihingen eins auszuwischen gedachte. Emmendinger behauptete, man habe ihm von höherer Stelle aus nahegelegt, um der Anklage wegen Betrugs und Untreue zu entgehen, freiwillig 1000 Gulden zu zahlen. Dieses Geld habe er eines Nachts einem ihm unbekannten, vermummten Reiter übergeben, aber der Beutel mit den Gulden habe den Empfänger nie erreicht. Der maskierte Reiter könne nach Gestalt und Stimme nur der Vikar Harter gewesen sein, der das Geld unterschlagen habe.

Man verhaftete den jungen Mann, der nicht wusste, wie ihm geschah, brachte ihn nach Stuttgart und ließ ihn anderthalb Jahre lang in verschiedenen Gefängnissen warten, während man gegen ihn ermittelte. Die Untersuchungen führte jener Amtsoberamtmann Günzler, der sehr schnell Emmendingers Partei ergriff und dem jungen Vikar außer der angeblichen Unterschlagung vorwarf, zu den verhassten Democraten zu gehören. Als der Fall dann endlich vor den Richter kam, hatte Harter kein Geld, um einen Verteidiger zu bezahlen. Advokat Zeller entschloss sich dennoch, den Fall zu übernehmen, und erwirkte schließlich für den Angeklagten einen Freispruch wegen Mangels an Beweisen. Trotz dieses Ausgangs des Prozesses weigerte sich die kirchliche Behörde, Harter völlig zu rehabilitieren und ihm eine neue Stelle anzubieten. Der junge Theologe wurde dadurch völlig aus der Bahn geworfen und endete im Irrenhaus. Vorher hatte Harter seine Prozessgeschichte selbst aufgezeichnet, aus der hervorgeht, dass sich sein Rechtsbeistand in jeder Hinsicht sehr um ihn gekümmert hat. Harter schrieb: „Zeller kannte keine Furcht, sondern nur die Pflicht des Advokaten, der seiner hohen, für die Menschheit so wohltätigen Bestimmung entsprechen will, die Pflicht, die Unschuld zu retten und die Rechte des württembergischen Bürgers gegen alle Eingriffe und Gewalttätigkeiten zu sichern.“ Und er fügte hinzu: „Auch mit Guttaten wurde ich von Zeller und seiner würdigen Gattin und seiner edelmütigen Frau Schwiegermutter, Frau Dr. Andräin, überhäuft.“

Seit 1795 war Johann Friedrich Zeller mit Johanna Regina Andreä verheiratet, der er nach dem frühen Tod ihres Vaters und einer dadurch in völliger Zurückgezogenheit erlebten Jugend das Tor in ein arbeitsreiches, aber auch vielseitiges und geselliges Leben öffnete. Johann Friedrich Zeller hatte vermutlich einen großen Freundes- und Bekanntenkreis, mit dem er sich traf, um besonders auch das politische Geschehen im Lande gemeinsam zu verfolgen.

Es waren unruhige Zeiten. Württemberg wurde hineingezogen in die militärischen Auseinandersetzungen zwischen Napoleons Revolutionsheer und den kaiserlichen Truppen, die Erzherzog Karl von Osterreich befehligte. Wieder wurde Württemberg zum Kriegsschauplatz. Freund und Feind plünderten und forderten ihren Tribut an Geld, Verpflegung und Futter für die Pferde. Wagen durchfuhren erntereife Kornfelder, und das Fußvolk zertrampelte die ährenschweren Halme. Vieh wurde geschlachtet und die Bevölkerung um ihr mühsam erspartes Vermögen gebracht.

Württemberg, das zunächst treu an der Seite des Reichsheeres gekämpft hatte, wurde vom Kaiser im Stich gelassen, der mit dem Feind einen Sonderfrieden schloss, ohne sich um seine Verbündeten zu kümmern. So musste der Herzog sich schließlich auch mit den Franzosen arrangieren. Für einen Waffenstillstand musste Württemberg Mömpelgard und seine linksrheinischen Besitzungen abtreten und eine hohe Kriegsentschädigung zahlen.

Wer sollte in dem ausgebluteten Land dieses Geld aufbringen? Johann Friedrich Zeller griff zur Feder, um sich in die politische Diskussion darüber einzumischen. Die Regierung hatte an die Erhebung einer Sondersteuer gedacht. Johann Friedrich plädierte in einer kleinen Druckschrift dafür, dass dies keine Kopfsteuer sein dürfe, denn diese würde die Armen weit mehr belasten als die Reichen. Er forderte vielmehr, dass alle im Lande, die noch über ein Vermögen verfügten, eine Vermögensabgabe entrichten sollten. Dabei betonte er, dass alle, auch die privilegierten Grundherren, zumeist Adlige, die sonst steuerfrei waren, sich am Aufkommen dieser Steuer beteiligen sollten, denn was von allen Ausgeplünderten für das ganze Land gegeben worden sei, solle „auch von allen, aus dem dieses Ganze besteht“, getragen werden. Warnend wies er darauf hin, dass die Revolution in Frankreich vor allem darin ihre Ursache hatte, „dass alle Last beinah ganz allein auf der unteren Volksklasse ... ruhte.“ Auf jeden Fall solle diese Vermögenssteuer nur so lange erhoben werden, bis die Kriegsfolgen beseitigt und der Staatshaushalt saniert sei. Auch dürfe diese Sondersteuer nicht mit dem bestehenden Steuersystem verrechnet werden, „weil das bisherige (Steuersystem) nicht auf den Regeln der Gerechtigkeit beruht“.

Zeller zeigte sich schon in dieser Schrift, wie später noch oft, als ein Jurist, dem das Gemeinwohl am Herzen lag und der sich als Anwalt all derer verstand, für die sonst kaum jemand das Wort ergriff. Dabei war er immer darauf bedacht, nicht nur Theorien vorzubringen, sondern praktische Vorschläge zu machen und dabei einen tragbaren und versöhnlichen Weg für alle zu finden.

Heilbronn

Merkwürdig, dass er sich 1804 nun doch entschloss, in den Staatsdienst einzutreten. Die Obrigkeit suchte Juristen, rinn in den neuen Landesteilen, mit denen Württemberg Im Reichsdeputationshauptschluss für den Verlust der linksrheinischen Besitzungen entschädigt worden war, möglichst schnell eine württembergische Verwaltung aufzubauen. Diese Aufgabe mag Johann Friedrich Zeller gelockt haben. Er wurde der erste württembergische Oberamtmann in der bis dahin Freien Reichsstadt Heilbronn. Vielleicht zog es ihn aber auch in die Nähe der einstigen Heimatstadt, denn Johann Friedrich Zeller war in Lauffen a. N. aufgewachsen, und die Mutter, eine geborene Amos, stammte aus dem benachbarten Dorf Schwaigern, wo noch viel Verwandtschaft wohnte.

An den Heilbronnern lag es nicht, dass der Oberamtmann Zeller schon nach drei Jahren das Handtuch warf und sich in Heilbronn wieder eine Praxis als Advokat einrichtete. Aber war es wirklich Überarbeitung, um deretwillen er um Entlassung aus dem Dienst gebeten hatte? Gewiss, es waren keine ruhigen Zeitläufte. Zwischen 1805 und 1807 war der Krieg wieder aufgeflackert und hatte auch Heilbronn nicht verschont. Tag und Nacht, so heißt es, sei der Oberamtmann im Einsatz gewesen, um gemeinsam mit dem Rat der Stadt Einquartierungen und maßlose Forderungen der Truppen möglichst zu begrenzen und Übergriffen entgegenzutreten. Sicherlich ein anstrengender und oftmals aufregender Dienst, der angeblich Zellers Gesundheit angegriffen hatte. Vielleicht war es aber doch nur ein Vorwand, hinter dem sich verbarg, dass es zwischen dem Oberamtmann und seinem Landesherrn Ärger gegeben hatte.

Nicht nur Reichsstädte, sondern auch zahlreiche Klöster und reiche Ordensniederlassungen waren durch den Reichsdeputationshauptschluss benachbarten weltlichen Territorien zugeschlagen worden. Die deutsche „Kleinstaaterei“ wurde dadurch zwar teilweise aufgehoben, aber die damit verbundene rücksichtslose Enteignung katholischen Kirchenguts durch die neuen weltlichen Herren, die oft mit Plünderung und Diebstahl von Kunstschätzen, Silbergerät, kostbarem Mobiliar und selbst von Vieh und Vorräten begleitet war, empörte Viele.

In Heilbronn musste Oberamtmann Zeller als Vertreter der württembergischen Krone die Übernahme der Güter des Deutschen Ordens durchführen. Am 27. November 1805 musste er gegen den Widerstand der Ordensleute und mit militärischer Unterstützung einer Abteilung von Soldaten mit aufgepflanztem Bajonett das „Deutsche Haus“ des Ritterordens für Württemberg in Besitz nehmen. Diese gewaltsame Enteignung ohne jede Entschädigung wollte der rechtlich denkende Jurist nicht gutheißen, aber erst einige Jahre später und als Privatmann machte er seinem Zorn über diese Art der Besitznahme in einer Denkschrift Luft.

Er legte darin grundsätzlich Widerspruch ein gegen dieses Vorgehen, das bei dem Bundesbeschluss so nicht vorgesehen war. Er nannte die Plünderung der Klöster und die rücksichtslose Bereicherung der neuen Herren durch die Säkularisation des Kirchengutes „unchristlich“ und las der Obrigkeit, ohne Namen zu nennen, gründlich die Leviten. Solche Vorwürfe nahm man bei Hofe natürlich nicht gern zur Kenntnis. Es war deshalb vorauszusehen, dass die Königliche Behörde, der alles, was gedruckt werden sollte, zur Genehmigung vorzulegen war, Einspruch erheben würde. So kam es denn auch. Die Denkschrift fiel der Zensur zum Opfer. Dem Verfasser wurde kurz und bündig mitgeteilt: „dass seine königliche Majestät sich bewogen gefunden haben, die Erlaubnis zum Druck dieses Manuskripts zu versagen.“

Johann Friedrich Zeller kümmerte sich mittlerweile schon wieder um andere Themen. Er war von den Heilbronnern in die Handelskammer und in die Schifffahrtskommission für die Neckar- und Rheinschifffahrt gewählt worden und beschäftigte sich mit Wirtschaftsfragen. In einer 1809 gedruckten Schrift über: „Die Neckar-, Main- und Rheinschiffahrt, geschichtlich, rechtlich und kaufmännisch betrachtet“ setzte sich Johann Friedrich Zeller für einen von Zöllen und unnötigen Stapelgebühren befreiten Schiffsverkehr auf den Wasserstraßen ein. Er vertrat damit als Erster Gedanken, die später von Friedrich List wieder aufgenommen wurden. Im Auftrag König Wilhelms 1. von Württemberg konnte Zeller durch Verhandlungen mit den Höfen von Baden und Hessen später zur Verwirklichung eines freieren Schiffsverkehrs beitragen.

Wilhelm I. hatte im Herbst 1816 die Regierung übernommen, während das Land unter einer schweren Hungersnot litt. König Friedrich I. hatte das wenig bekümmert. Als leidenschaftlicher Jäger hielt er sich sogenannte „Tiergärten“, weitläufige Hegeplätze, wo an Wildschweine und Rotwild viele tausend Scheffel Brotgetreide und Kartoffeln verfüttert wurden, während allenthalben die Hungersterblichkeit unter den Menschen erschreckend zunahm. Bitter bemerkte der Abgeordnete Heck vor dem Landtag: „Jedem Menschen und Vaterlandsfreunde muss das Herz bluten, wenn er hört, was die vielen Tiere in den Tiergärten und Menagerien an Brotfrüchten fressen, währenddem ein großer Teil der Einwohner des Landes sozusagen am Hungertuche nagt.“ Der König, dem die Not durchaus bekannt war, scheute sich dagegen nicht, kurz vor der Ernte, wenn das schon ausgewachsene Getreide den Hasen, Rebhühnern und anderen Bestandteilen der kleinen Jagd zum Schlupfwinkel diente, mit seinem Gefolge von 60 bis 80 Personen auf den Feldern zu jagen, Hunde, Jäger und Läufer tief in die hohen Ährenfelder hineinzuschicken und mit seinen Jagdwagen in dieselben einzufahren, wobei die erntereifen Felder zertrampelt lind vernichtet wurden.

„Von seinen Untertanen dagegen nahmen damals viele, die sich sonst dessen geschämt hätten, das Bettelsäcklein zur Hand, wanderten in Nachbardörfern von Tür zu Tür um ein Stücklein Kartoffeln, Kohlraben, Rüben oder sonst was zum Essen“, so wird berichtet. Die Bevölkerung ernährte sich von Wurzeln und Brennnesseln und streckte das Brot mit geschroteten Eicheln, Bucheckern oder Kleie, was viele Kinder und alte Leute nicht vertrugen. Niemand weinte deshalb König Friedrich eine Träne nach, als er sich bei der Besichtigung von Mammutknochen, die man in Cannstatt ausgegraben hatte, eine schwere Erkältung zuzog, an der er kurz darauf starb.

Sein Nachfolger, König Wilhelm I., ergriff sofort Maßnahmen, um die Not der Hungernden zu lindern. Festpreise für Brot und Korn wurden verordnet, Getreideausfuhr und Wucher verboten und die königlichen Fruchtkästen geöffnet. Die junge und beliebte Königin, die Zarentochter Katharina, richtete unter dem Protektorat des Königs an vielen Orten Suppenküchen ein, wo Hungernde gespeist wurden. Wer arbeiten konnte, dem wurde in den staatlichen Forsten oder beim Wegebau Arbeit zugewiesen. So kam mancher Bettler zu Lohn und Brot und wieder von der Straße. Trotz aller dieser Bemühungen drohte im Frühjahr 1817, als alle Vorräte zur Neige gingen, eine neue Welle der Hungersterblichkeit. In dieser Not schickte König Wilhelm I. eine Getreideeinkaufs-Kommission nach Holland, um von den in den niederländischen Häfen einlaufenden Schiffen Korn zu kaufen. Johann Friedrich Zeller, der in diese Kommission berufen worden war, verriet später, wie dieses Geschäft finanziert wurde. Ein reichgewordener Bankier in Wien, namens Dietrich, erbot sich im Geheimen, Gelder, die Württemberg den Österreichern schuldete, aus eigener Tasche zu bezahlen, wenn er dafür einen württembergischen Verdienstorden bekäme. Gesagt, getan. Der Bankier schmückte sich hinfort mit einem Orden, und Württemberg bezahlte damit seinen Getreideeinkauf.

Hof- und Finanzrat – Kampf um die Aufhebung der Leibeigenschaft

Nachdem diese Angelegenheit, wie der Schwäbische Merkur berichtete, „zur allerhöchsten Zufriedenheit“ abgewickelt worden war und „durch rasches, kluges Handeln dem Vaterlande bedeutende Ersparnisse verschafft worden waren“, versuchte der König den Juristen Zeller wieder in den Staatsdienst zu holen. Eine große Verwaltungsreform, aber auch die Befreiung der Bauern von Leibeigenschaft und Abgaben an ihre Grundherren sollten möglichst schnell durchgeführt werden. Eine Stelle als Hof- und Finanzrat war für diese Aufgabe vorgesehen. Für ein Gehalt von 1716 Gulden und 12 Klafter Holz jährlich, das im Laufe der Zeit bis zu 2000 Gulden aufgestockt wurde, nahm Johann Friedrich Zeller im März 1817 die Stelle an. Eine Wohnung in Stuttgart wurde auch bald gefunden, und so konnte Hofrat Zeller im April 1817 in der Steuerregulierungs-Kommission seine Arbeit beginnen. Dieses vierköpfige Gremium sollte, unter dem Vorsitz des Ministers von Wangenheim, ein Gutachten zur Durchführung der Bauernbefreiung erstellen, eine Aufgabe, der Johann Friedrich Zellers Herz gehörte.

Die Aufhebung der Leibeigenschaft und die Ablösung aller Abgaben und Lasten, die der unfreie Bauer seinem Grundherrn schuldete, waren schon von König Friedrich I. ins Auge gefasst worden. Schon vor der Französischen Revolution war den meisten Menschen klar geworden, dass persönliche Unfreiheit, die unter völlig anderen historischen Voraussetzungen entstanden war, in einem aufgeklärten Zeitalter nicht mehr geduldet werden konnte. Sie hatte keine Rechtsgrundlage mehr. Besonders seit in Württemberg 1809 die Allgemeine Wehrpflicht eingeführt worden war, also jeder Untertan aufgerufen wurde, sein Leben für das Vaterland einzusetzen, hatte es keinen Sinn mehr, eine Gruppe von Menschen von der Gleichheit aller Bürger auszuschließen. Strittig war nur, wie die Bauernbefreiung durchgeführt werden sollte und ob die Aufhebung der Leibeigenschaft mit ihren Diensten und Fronen und die Ablösung der Abgaben ohne Entschädigung erfolgen sollte, oder ob den Grundherren für den Wegfall der unentgeltlichen Dienste und den Verlust an Einkommen eine Entschädigung gezahlt werden müsste und wie diese, gegebenenfalls, berechnet werden sollte.

Um dies zu klären und ein Gutachten für die Durchführung der Bauernbefreiung zu erarbeiten, hatte der König die Steuerregulierungs-Kommission berufen, der neben Minister von Wangenheim und Hofrat Zeller noch Oberfinanzrat Spaeth und Kollegienassessor Krehl angehörten. Die Meinungen der vier Herren gingen mitunter weit auseinander, besonders als es um die Aufhebung der Leibeigenschaft ging. Spaeth und Krehl meinten, dass auch hier eine Entschädigung von den Betroffenen an die Grundherren gezahlt werden sollte. Dem widersprachen von Wangenheim und Zeller energisch. Beide vertraten die Auffassung, dass für die Aufhebung der Leibeigenschaft niemandem eine Entschädigung zustehe. Die Menschen seien durch Geburt „alle Wesen, die mit Vernunft und Freiheit begabt seien ... Sie seien nicht als bloße Mittel in Gottes freier Schöpfung zu behandeln. Eine Verpflichtung, wie diejenige der Leibeigenschaft, könne nach der Vernunft nicht einmal durch freiwillige Erklärung entstehen, weil sie die Pflichten, die der Mensch gegen sich selbst habe, verletze, noch viel weniger könne sie durch Geburt aufgedrungen werden. Der Staat, dessen Zweck die Verwirklichung eines sittlichen Zustandes sei, könne daher nie zugeben, dass die Würde des Menschen durch Leibeigenschaft entehrt werde, er könne nicht dulden, dass jemand Eigentum auf eine solche Weise besitze, durch welches die Rechte der Menschheit in seiner eigenen Person verletzt werden.“ Das Gutachten für die Durchführung der Bauernbefreiung, das die Steuer-Kommission erstellte und das von Wangenheim und Zeller unterschrieben, stellte deshalb fest: „Eine Entschädigung für die Aufhebung der Leibeigenschaft sei ... nicht denkbar.“

In früheren Zeiten hatte dieses sogenannte „Feudalsystem“ seinen guten Sinn gehabt. Da ursprünglich alle wehrfähigen Männer im Kriegsfall zu den Waffen gerufen wurden, war die ganzjährige Bestellung des Bodens nicht mehr gewährleistet. Uni die für alle notwendige ständige Betreuung der Landwirtschaft sicherzustellen, hatte sich im Laufe des Mittelalters eine Art von Arbeitsteilung herausgebildet. Einzelne, meist sehr begüterte Männer, übernahmen den Kriegsdienst auch für die Bauern, die zur Feldbestellung zu Hause blieben. Die Herren stellten auf eigene Rechnung für die Daheimgebliebenen eine Anzahl waffengeübter Männer samt Ausrüstung, mit denen sie in den Krieg zogen und oft monatelang von zu Hause abwesend waren. Die Bauern „bezahlten“ mit Naturalabgaben und Dienstleistungen an die abwesenden Grundherren, verloren allmählich immer mehr die Besitzrechte an Grund und Boden und gerieten in persönliche Abhängigkeit. Dieses System, das viele, wenn auch niemals alle Bauern betraf, hatte freilich schon seine ursprüngliche Berechtigung verloren, als die Fürsten anfingen, sich Söldnerheere zu halten, die aus Steuergeldern bezahlt wurden. Mit der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht hatte es vollends seine Rechtsgrundlage verloren.

Alle Naturalabgaben sollten nun durch Geldzahlungen an die Grundherren abgelöst werden. Ihre Höhe konnte nur nach Durchschnittswerten der bisherigen Abgaben errechnet werden, und die Bauern sollten diese Geldablösung im Laufe von fünf Jahren an ihre Grundherren zahlen. Es war jedoch nicht einfach, solche Durchschnittswerte zu ermitteln, denn je nach dem Ausfall der Ernte schwankten die Preise. Der „Zehnte“ war in guten Jahren viel, nach schlechten Ernten gering. Neun Zehntel der Frucht blieben dem Bauern in jedem Falle. Wie aber war es mit den vielerlei festen Abgaben, die jedes Jahr unnachsichtig eingetrieben wurden, den Grundzinsen, Gülten, Bodenweinen, Rauchhennen, Kuchengefällen, Blutzehnten (bei der Schlachtung von Tieren), Fallgebühren (bei Todesfällen) und vielen anderen „Lasten“? Immerhin, die Kommission machte Vorschläge für die praktische Durchführung der Geldablösung, und im Herbst 1817 lag das Gutachten zur Bauernbefreiung vor.

König Wilhelm I. erließ daraufhin zwei Edikte, um die Durchführung durch ein Gesetz vorzubereiten, aber so schnell ließen sich die Grundherren nicht auf die Sache ein. Schon zwei Wochen nach der Veröffentlichung der Edikte schrieb der Fürst von Thurn und Taxis sehr verärgert an König Wilhelm I. über die geplante Aufhebung seiner alten Rechte, die – wie er es zu sehen beliebte – für alle Zeiten festgeschrieben waren. Er machte sich damit zum Sprecher seiner adligen Standesgenossen und verklagte das Haus Württernberg vor dem Deutschen Bundestag in Frankfurt wegen dieses angeblichen Rechtsbruches. Der württembergische Gesandte, der in Frankfurt die Sache seines Königs dort vertrat, verstand – wie übrigens auch die meisten der anderen Gesandten – nichts von der fraglichen Angelegenheit und erbat sich ein rechtshistorisches Gutachten, um den Ansprüchen der Thurn und Taxis entgegentreten zu können. Niemand kannte sich in diesem Rechtsstreit besser aus als Johann Friedrich Zeller, deshalb stellte ihn der König für einige Wochen von den Amtsgeschäften frei, um dieses juristische Gutachten zu erarbeiten. Für zwei Gulden am Tag vertrat ihn Gerichtsreferendar Reibel während dieser Zeit am Amtsgericht in Stuttgart, wo er damals tätig war, bevor er beauftragt wurde, an einem Entwurf zur Reform der Kommunalverwaltung mitzuwirken. Der Einspruch des Fürsten von Thurn und Taxis wurde schließlich abgelehnt, trotzdem hatte er erreicht, dass die Bauernbefreiung viele Jahre lang nicht durchgeführt werden konnte.

Johann Friedrich Zeller, der inzwischen zum Oberjustizrat ernannt worden war, wollte diese Verzögerung nicht einfach hinnehmen. Er war auf dem Lande aufgewachsen, und seine Großeltern waren Weinbauern in Schwaigern, er kannte also die Belastung der Bauern und der Landwirtschaft von Kind auf. Die Bauernbefreiung war ihm eine ganz wichtige Angelegenheit. Deshalb entschloss er sich, die Probleme ihrer Durchführung öffentlich darzulegen, sie möglichst dadurch zu entschärfen und einer baldigen einvernehmlichen Lösung näher zu bringen. Sein Büchlein: „Freier Mann, Freies Gut“ fand im ganzen Lande begeisterte Zustimmung. Johann Friedrich Zeller begründete darin die Notwendigkeit, die bäuerlichen Verhältnisse neu zu ordnen. Er beschwor die Grundherren, jetzt endlich einen Schlussstrich unter alles Prozessieren zu setzen. Er erneuerte seine Vorschläge zur geldlichen Ablösung aller veralteten Naturalabgaben und rechnete den Grundherren vor, dass dies auch langfristig zu ihrem Vorteil sei. Sein Motto war: „Ich will nicht erbittern, sondern versöhnen“, und er mahnt in seinem Büchlein: „Jeder bedenke sein und seiner Mitstaatsgenossen Heil und trachte nach Frieden.“

Dieser Aufruf war nicht vergebens. Der alte Oberjustizrat durfte es noch erleben, dass seine Bemühungen endlich zum Erfolg führten. Freilich mussten sich viele Bauern zunächst verschulden, um sich freikaufen zu können, und es kam in den Jahren 1845 bis 1847 nochmals zu Missernten, Teuerung und Hunger im Lande, aber König Wilhelm 1. tat alles, um die Landwirtschaft zu fördern. Es ist kein Zufall, dass fast gleichzeitig mit den beiden königlichen Edikten, mit denen 1817 die Bauernbefreiung eingeleitet werden sollte, die Landwirtschaftliche Hochschule in Hohenheim gegründet und im selben Jahr das „Cannstatter Volksfest“ ins Leben gerufen wurden, mit dem ursprünglich neben der Volksbelustigung eine große Ausstellung landwirtschaftlicher Produkte verbunden war.

Aufhebung der Zollschranken

Württembergs König war auch unter den Ersten, die sich um die Aufhebung der innerdeutschen Zollgrenzen bemühten. 1829 fielen die Zollschranken zwischen Württemberg und Bayern; mit Hessen und Preußen wurde verhandelt, aber der Landtag war von einer Zollunion mit Preußen nicht angetan. Er versuchte mit allen Mitteln, die Pläne des Königs zu durchkreuzen. Ein besonders heftiger Gegner war der Abgeordnete Zais. Mit ihm setzte sich Johann Friedrich Zeller in einer Denkschrift auseinander, in der er sich leidenschaftlich für die Zollunion einsetzte. So wie er vor Jahren für den ungehinderten Schiffsverkehr auf den Wasserstraßen kämpfte, trat er nun für einen von Binnenzöllen befreiten Güter- und Warenverkehr zu Lande ein. England und Frankreich hätten schon lange mit gutem Erfolg diese veralteten wirtschaftlichen Hindernisse abgebaut, und er prophezeite, Deutschland werde mit seiner aufblühenden Industrie nur Vorteile von Reformen auf dem Gebiet der Zollpolitik haben. Der Landtag, so lässt der Jurist seinen König wissen, habe keine Befugnis, den Abschluss einer württembergisch-preußischen Zollunion zu verweigern.

Wilhelm I. dankte dem Verfasser dafür, „dass dieser alte Diener seine treue Gesinnung in einer Druckschrift über den Zollverein mit Preußen zu einer Zeit kundgetan hat, so noch viele Stimmen gegen den Anschluss an Preußen sich erhoben.“ Er verlieh ihm den württembergischen Kronenorden, der mit dem persönlichen Adel verbunden war.

Landtagsabgeordneter

Mit 67 Jahren wurde Oberjustizrat Zeller in den Ruhestand versetzt, was nicht bedeutete, dass der politisch engagierte Mann sich in Zukunft der Muße widmete. Im Gegenteil. Jetzt fühlte er sich frei, um 1836 für den Landtag zu kandidieren, was er, solange er im Amt war, stets abgelehnt hatte, „weil Amtssorgen die Ruhe nicht gewähren, welche die gründliche Behandlung so hochwichtiger Gegenstände erheische.“ Er kandidierte für den Wahlkreis Heilbronn, tatkräftig unterstützt von seinem Freund Karl von Kerner, der an seinen Bruder Justinus Kerner schrieb: „Wenn Zeller nicht gewählt wird, so sollten sie lieber gar keinen wählen; Zeller ist der beste praktische Jurist im Lande, der einzige, der dem Weishaar (damals Minister des Inneren) gewachsen ist, und ohne dass Zeller hineinkommt, kann sich keine vernünftige Opposition bilden.“

Als Abgeordneter setzte sich Zeller, der viele Jahre auch als Richter tätig gewesen war, besonders für die Strafrechtsreform ein, so wie er sich während seiner Dienstzeit für eine Erneuerung der Strafprozessordnung eingesetzt hatte. Es war ihm immer wichtig gewesen, dem Angeklagten zu einem gerechten und fairen Verfahren vor Gericht zu verhelfen. Immer hatte er in ihm nicht nur den Täter gesehen, sondern einen Menschen, dessen Tat aus seiner Biographie und seiner Umwelt erklärt werden müsste. Vor den Abgeordneten des Landtags rief er aus: „Der Mensch bleibt Mensch, und auch der Gefallene ist unser Bruder.“ Dessen eingedenk müsse auch der Strafvollzug reformiert werden und menschenwürdig sein, und dem aus der Haft Entlassenen müsse durch Arbeitsangebote der Weg zurück in die Gesellschaft erleichtert werden - so forderte er. Jeder Mensch müsse ehrlich für seinen Lebensunterhalt aufkommen können, sonst müsse er zwangsläufig wieder straffällig werden. Der alte Oberjustizrat wusste nur zu gut, wie oft die Not den Menschen kriminell werden ließ, besonders in jener Zeit, als es noch kein soziales Netz gab, das Arbeitslose, Alte und Kranke auffing.

Nach Ablauf der Landtagsperiode blieb Johann Friedrich Zeller nicht mehr viel Zeit bis zu seinem Tode im Jahre 1846. Er nutzte sie „zu dem ihm von Jugend auf teuren Studium der Religion, wie ihm denn überhaupt eine religiöse Betrachtung der Dinge immer als der Schlussstein alles menschlichen Erkennens und Tuns galt,“ so erwähnt es der Nekrolog, der als Nachruf im Schwäbischen Merkur erschien. Der Oberjustizrat blieb damit der Tradition seiner Vorväter treu, auch wenn er sich von Jugend an für die damals revolutionären Forderungen nach einem demokratischen Mitspracherecht mündiger Bürger und für die Verwirklichung der Menschenrechte eingesetzt hatte. In zahlreichen Schriften hat er dieses Recht der freien Meinungsäußerung für sich in Anspruch genommen und sich zu politischen Fragen seiner Zeit geäußert. Er hat das Jahr 1848 und die Nationalversammlung in der Paulskirche in Frankfurt nicht mehr erlebt, aber er gehört zu den Reformern, die ihr den Weg bereitet haben.
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